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Dein Baby abhalten: Erklärt von Hebamme Sissi Rasche

Ihr habt noch nie darüber nachgedacht, Euer Baby mal ohne Windel strampeln zu lassen? Gar nicht schlimm, denn das Thema Baby Abhalten (oder auch eine komplett Windelfreie Erziehung) war bis vor kurzem ein ziemliches Nischenthema. Wer noch nicht genau weiß, worum es beim Abhalten überhaupt geht, erfährt hier mehr zu dem Thema. Aber auch alle, die schon etwas Hintergrundwissen haben und nun genau erfahren möchten, wie sie das Abhalten in ihren Alltag integrieren können, sind hier richtig: denn Hebamme Sissi Rasche hat uns ein paar spannende Tricks verraten.

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Was ist Abhalten eigentlich?

Das geht jetzt alles etwas schnell? Gar kein Problem – wir holen gerne etwas weiter aus und erklären erst einmal, was man sich unter „Baby abhalten“ vorstellen kann. Ein Baby abzuhalten bedeutet, es ohne Windel so zu halten, dass es bequem ausscheiden kann. Stuhl und Urin gehen also nicht in eine Windel, sondern z.B. in eine Schüssel oder die Toilette. Es gibt Familien, die Abhalten als einzige Methode nutzen, mehr dazu findet man auch unter dem Stichwort „Windelfrei“. Die Mehrheit der Eltern nutzt Abhalten aber als Ergänzung zu Windeln, vor allem tagsüber und Zuhause. Abhalten ist sinnvoll bei Blähungen oder Verstopfungen des Babys. Am besten geeignet ist dafür ein spezielles Abhalte-Töpfchen, das sich ergonomisch der Form des Babypopos anpasst, dabei gut für Erwachsene zu halten ist und sich leicht reinigen lässt.

Eine ausführliche Anleitung inklusive Video findet Ihr weiter unten in diesem Artikel.

Die Vorteile vom Abhalten auf einen Blick

  1. Das Baby muss nicht in seiner voller Windel liegen, das mögen viele Kinder (verständlicherweise) nicht.
  2. Die empfindliche Haut im Windelbereich wird weniger strapaziert.
  1. Weniger Windeln zu benutzen ist gut für die Umwelt und schont das Portemonnaie!
  1. Die aufrechte Position mit angewinkelten Beinen kann unterstützen, Druck im Darm zu lösen und schafft so Abhilfe bei Bauchschmerzen.
  2. Babys, die es gewohnt sind, nicht immer in vollen Windeln zu liegen, werden in der Regel zu Kleinkindern, die das ebenfalls nicht wollen – und zeigen früh Interesse am Töpfchen.
  3. Babys kommunizieren schon ab Geburt mit uns Eltern – auch, was Ihre Ausscheidungen angeht. Auf diese Signale zu achten kann die Bindung zwischen Eltern und Kind stärken.

Welche Signale gibt ein Baby, wenn es abgehalten werden muss?

Die Bedürfnisse und Signale eines jeden Babys sind einzigartig und mit der Zeit lernt Ihr, diese zu verstehen. Es erfordert Geduld und Aufmerksamkeit, um die individuellen Signale Deines Babys zu erkennen, das es gerne abgehalten werden möchte. Einige Kinder ändern ihren Gesichtsausdruck oder ihre Blicke, andere zeigen eine veränderte Gestik oder werden unruhig und beginnen zu strampeln.

Eltern entwickeln oft schnell ein Gespür für die Signale ihres Babys, obwohl es anfangs eine Herausforderung sein kann, besonders wenn die Signale subtil sind. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, die Signale zu erkennen, und sich selbst keinen Druck zu machen, wenn es gelegentlich zu „Missverständnissen“ kommt.

Viele Eltern beginnen, ihre Babys in bestimmten Standardsituationen abzuhalten, wie etwa nach dem Stillen oder Füttern, um eine Routine zu etablieren, da Babys oft in diesen Momenten ausscheiden müssen. Es ist entscheidend, auf die eigene Intuition zu vertrauen und einen individuellen Ansatz zu finden, der den Bedürfnissen des Babys gerecht wird.

So einfach geht abhalten:

Je nach Alter und Größe gibt es verschiedene Techniken, ein Baby abzuhalten. Da findet sicherlich jede Familie das, was individuell am besten passt. Wichtig ist aber immer, dass das Baby bzw. Kleinkind gut gestützt ist und die Beinchen sanft angewinkelt werden. Hebamme Sissi Rasche empfiehlt daher, immer nah am Körper abzuhalten! So habt Ihr das beste Gefühl für Euer Kind und Euer Kind fühlt Euren Bauch direkt am Rücken – für ausreichend Sicherheitsgefühl.

Gemeinsam mit Hebamme Sissi Rasche erklären wir in einer Schritt für Schritt Anleitung für Abhalten, wie es genau funktioniert:

1. Am Wickeltisch oder sitzend auf einer weichen Unterlage das Baby ausziehen. Ohne Windel vorsichtig hoch nehmen. Am besten geht das seitlich, während der Rücken gestützt wird.

2. Der Griff beim Abhalten: Das Baby mit dem Rücken an den eigenen Bauch lehnen, umgreifen und unter dem Kniekehlen halten. Dabei das Töpfchen griffbereit haben und direkt unter den Popo halten. Sitzend könnt Ihr das Töpfchen auch zwischen Eure Knie klemmen. So bekommt Ihr noch mehr Stabilität von unten.

3. Das Baby vorsichtig an den Beinchen halten, sodass diese etwas über dem Popo sind. Ein kleines bisschen Geduld – manchmal dauert es ein bisschen, bis „etwas kommt“, manchmal klappt es direkt. Ein leises „Schhhhh“ Geräusch kann helfen. Anschließend mit einem (feuchten) Tuch abwischen, das Baby wieder hinlegen und den Windelbereich wie gewohnt reinigen und ggf. wickeln.

Video Anleitung zum Abhalten

 

Anleitung zum Abhalten mit dem Kindsgut Abhaltetöpfchen erklärt von Sissi Rasche.

Manchmal ist's der Mittelweg!

Wir haben von einigen Eltern erfahren, dass sie sich für den praktischen Mittelweg entschieden haben: ein Mix aus Einweg bzw. Stoffwindeln und Abhalten. Oftmals ist es einfach situationsabhängig und Windeln sind dann einfach ein Muss, vor allem unterwegs, auf Reisen oder anderen herausfordernden Situationen. Kein Problem: Zuhause kann dann ja wieder windelfreie Zeit sein, in der Du gezielt und mit mehr Ruhe auf die Signale Deines Babys achten kannst. Wichtig ist, dass die Methode zu Eurem Leben passt und alle sich damit wohl fühlen.

Ausstattung für den Mittelweg

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So klappt Abhalten ohne Druck

Wenn das Baby mal weint…

… muss es vielleicht gerade nicht oder möchte einfach nicht in der Abhalte-Position sein. Auch das ist okay! Dann einfach wieder ablegen und später noch einmal versuchen. Das Wichtigste ist (wie auch später beim Töpfchentraining), weder Euch selbst noch Eurem Kind Druck zu machen.

Abhalten muss nicht gleich Windelfrei heißen!

Denn natürlich heißt Abhalten nicht, komplett auf Windeln zu verzichten. Falls Ihr das möchtet, ist Windelfrei natürlich auch immer eine Option. Aber für die Mehrheit der Eltern ist eine Kombination aus Abhalten und Windeln wahrscheinlich die praktikabelste Variante. Auch nach dem Montessori-Ansatz ist es vollkommen in Ordnung, Windeln zur Sicherheit zu nutzen. Zuhause, wo man (meistens) Ruhe hat und in einem gewohnten Umfeld ist, lernt Ihr wahrscheinlich recht schnell, die Anzeichen Eures Babys zu lesen.

Euer Baby zeigt Euch, was es braucht

Denn die Kleinen können schon ab der Geburt ziemlich gut kommunizieren, wenn ihnen etwas fehlt. Oft sind Babys beispielsweise unruhiger (beim Stillen), wenn sie auf Toilette müssen. Auch Grimassen oder Weinen können ein Signal sein, dass Euer Baby „muss“. Abhalten kann somit also dabei unterstützen, mit Eurem Baby zu kommunizieren und Eure Bindung noch weiter zu stärken. Ein weiterer Grund, warum Sissi und auch wir darauf schwören!

Es ist nie zu spät, anzufangen!

Direkt nach der Geburt, erst mit ein paar Monaten oder nach dem Beikoststart? Abhalten bietet fast immer Vorteile für Euer Baby, für die Umwelt und natürlich Euer Portemonnaie. Allerdings bietet es sich an, direkt in den ersten drei Monaten zumindest immer mal wieder abzuhalten. So wissen die Kleinen schon, was das ist und können sich noch besser daran gewöhnen. Und Kinder, die bereits als Säuglinge abgehalten wurden, haben es in der Regel ein bisschen leichter, sich auch an Töpfchen oder Toilette zu gewöhnen!

Habt Geduld!

Besonders am Anfang kann das Abhalten ganz schön viel sein. Und natürlich etwas aufwändiger, als alle Geschäfte in die Windel machen zu lassen. Lasst Euch aber nicht verunsichern, wenn es nicht sofort klappt oder es doch Unfälle gibt. Den richtigen Weg für Euch und Euer Baby findet Ihr auf jeden Fall!

 

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Nach dem Abhalten ist vor dem Töpfchentraining. Je größer und selbstständiger die Kleinen werden, desto spannender wird irgendwann der Gang auf das Töpfchen und die Toilette. Dafür eignen sich unsere Bestseller im niedlichen Wal Design, das Kindertöpfchen und der Toilettenaufsatz. Und für die Windelzeit darf natürlich unser passender Windeleimer aus der Walfamilie nicht fehlen.

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